Kindheit in Dorf-im-Warndt und Leben im Bliesgau
Geboren bin ich am 28. April 1980 in Saarbrücken. Die ersten Lebensjahre wuchs ich in einer Bergmanssiedlung in Dorf im Warndt auf. Mein Papa arbeitete dort unter Tage auf der Grube Warndt. Eine Zeit, die mich bis heute sehr geprägt hat. Unter Tage und in Nachtschicht arbeiten, so hab ich es erlebt.
Im Jahr 1984 kauften sich meine Eltern ein Häuschen im Bliesgau. Mein Papa ist jeden Abend um kurz nach 20 Uhr mit dem Grubenbus zur Arbeit gefahren. Morgens kurz bevor es für mich in die Schule ging, war er wieder zu Hause. Und nicht selten hat er mir eine Brezel oder einen Weck aus der Kaffeküch‘ mitgebracht. Und während er tagsüber schlief, kümmert sich meine Mama um uns. Aber sehr schnell ging auch sie wieder arbeiten als Verkäufern im Bereich Nähmaschinen. Meine Eltern haben mich darin bestärkt, selbstständig zu sein, aber auch das Miteinander in der Familie, mit Freunden und im Verein zu leben.
Besucht habe ich dann auch die Gesamtschule in Gersheim. In knapp 5 Minuten vom Kinderzimmer im Unterricht zu sitzen, das hab ich als Langschläferin sehr geschätzt. Aber was mich noch mehr geprägt hat, waren Werte der Solidarität und des Miteinanders, die in dieser Schulform ganz oben auf der Agenda standen.
Beginn des politischen Engagements
Nach dem Abitur, das ich in Saarbrücken gemacht habe, entschied ich mich für ein Studium der Politikwissenschaft, der Soziologie und der Volkswirtschaftslehre. Politik war für mich in der Praxis schon relevant. Mit 17 Jahren ging ich zu den Jusos. Und schnell war mir klar: die SPD ist meine politische Heimat. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind für mich die entscheidenden Werte. Bis heute bin ich Kassiererin meines SPD-Ortsvereins, mehr als 10 Jahre war ich im Ortsrat in Gersheim-Mitte und im Gemeinderat der Gemeinde Gersheim aktiv. Gemeinsam mit vielen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben wir vor Ort das Leben der Menschen immer ein bisschen besser gemacht. Es ist schön, seine Wurzeln in der Partei vor Ort zu haben. Damit bin ich immer nah dran. Heute bin ich Vorsitzende der SPD im Saarpfalzkreis.
Deutsch-französische Freundschaft
Vive l’amitié franco-allemande. Nous vivons l'Europe.
Schon in der 5. Klasse bin ich zum ersten Schüler*innenaustausch nach Bazancourt gefahren. Mit meiner Brieffreundin Marie bin ich bis heute befreundet. Auch im Studium hat es mich für ein Jahr nach Bordeaux an das Institut d’Etudes Politiques verschlagen. Ein Teil meiner Familie lebt auch in Frankreich. Deshalb ist Frankreich meine zweite Heimat. Mein Mann und ich erziehen unsere Kinder zweisprachig. Die Weltoffenheit und das Miteinander und der Respekt füreinander, für andere Sprachen und Kulturen, ist für mich entscheidend. Verständnis füreinander kann nur entstehen, wenn sich Menschen begegnen.
Eintritt der SPD in die Landesregierung
2012 – ein Jahr, das für mich vieles verändert hat. Gerade frisch aus der Elternzeit gekommen und mitten in einen nicht erwarteten Wahlkampf hinein gerauscht. Mit dem Bruch der Jamaika-Koalition (CDU, FDP und Grüne) im Saarland gab es plötzlich die Option, die Weichen im Saarland neu zu stellen. Es kam zur Großen Koalition im Saarland. Und damit begann für mich die Arbeit im Ministerium für Bildung und Kultur. Zunächst als Büroleiterin und später Abteilungsleiterin im Pingusson Gebäude in Saarbrücken. Ein toller Arbeitsplatz. In der Stadt und doch im Grünen und mit einer Geschichte, die aus jedem einzelnen Zentimeter jeder Wand zu erspüren ist. Im Jahr 2017 dann der Eintritt in die zweite Runde der großen Koalition. Gemeinsam mit Ulrich Commerçon als Minister für Bildung und Kultur durfte ich als Staatssekretärin die Verantwortung für die Bildung- und Kulturpolitik des Landes mit übernehmen.